Unterstütze Kommunikation (UK)

„Der Mensch ist ein auf vielen Ebenen kommunizierendes Wesen, das manchmal auch spricht“
                                                                                               (Ray L. Birdwhistell)

Kommunikation
Kommunikation ist ein Menschenrecht.
Es gibt viele Wege und Formen in Kommunikation miteinander zu treten, zum Beispiel durch Blickkontakt, Augenzwinkern, Lächeln, Wutschrei, Lautieren, eine Geste, Zeigen, Interaktion, Zuhören, Schreiben, Malen, Sprechen, Singen, Diskutieren, Lesen, Vorlesen… aber auch Körperbewegung, Gebärden, die Verwendung  nicht-elektronische Hilfen und elektronischer Hilfen, Schriftsprache — all das ist Kommunikation!

Wir fördern und unterstützen alle Schülerinnen und Schüler unserer Schule in ihrer Kommunikations- und Handlungsfähigkeit, indem wir individuelle Zugangsweisen und Kommunikationswege anbahnen, festigen und weiterentwickeln.

 

Schülerinnen und Schüler, die über wenig oder gar keine Lautsprache verfügen, können durch den gezielten Einsatz des Prinzips der Unterstützten Kommunikation (UK)  in ihrer Sprachentwicklung gefördert werden. Hierzu werden alternative Verständigungssysteme und individuelle Kommunikationsformen entwickelt und eingeübt. Wir nutzen an unserer Schule beispielsweise:

  • Lautsprachunterstützende Gebärden
  • Nichtelektronische Hilfen            
  • Elektronische Hilfen,                        

 

Beschreibung der Kommunikationsförderung an unserer Schule
Unsere Schülerinnen und Schüler werden in ihrem gesamten Schulalltag durch verschiedenste Maßnahmen, Unterrichtsmethoden und -materialien in ihrem Sprachverstehen und in ihrer Kommunikation gefördert.

Dazu gehört für uns unter anderem:

  • die Verwendung deutlicher, klarer Sprache unterstützt durch entsprechende Gestik und Mimik
  • der Einsatz von Bildsymbolkarten und einheitlichen Stundenplanbildern, damit sich auch Schüler mit geringer Lesefähigkeit im Schulalltag orientieren können
  • die Verwendung von lautsprachunterstützenden Gebärden, sie unterstützen u.a. die Wortfindung, fördern die Sprachentwicklung und schaffen Bedeutungsklarheit, auch für Schülerinnen und Schüler mit Deutsch als Zweitsprache
  • die Unterstützung durch Lautbilder beim Erlernen der Buchstaben
  • der Einsatz von elektronischen Hilfen wie Sprechtasten und Sprachcomputern

  

Im Folgenden werden einige Formen der UK genauer beschrieben:

Gebärden
Für viele Schülerinnen und Schüler mit wenig Lautsprache bietet sich als Kommunikationssystem der Einsatz von Gebärden an. Diese werden immer sprachbegleitend verwendet und können so nicht nur Lautsprache ersetzen, sondern auch deren Entwicklung fördern. Wir benutzen die Gebärden der Deutschen Gebärdensprache (DGS), für einige wenige Begriffe auch Gebärden aus dem Programm „Schau dir meine Hände an“. Um einen gemeinsamen Wortschatz aufzubauen, versuchen wir, in möglichst vielen Klassen regelmäßig zumindest einige Schlüsselwörter zu gebärden. Besonders in ritualisierten Situationen wie der Vorstellung von Datum und Stundenplan wird dies aktiv umgesetzt. Regelmäßige klassenübergreifende Treffen (Jahreszeitenforen) bieten die Möglichkeit, gemeinsam Gebärden auszuprobieren und auch Lieder mit Gebärden zu begleiten. Eine Bilderwand informiert über die Gebärden des Monats. Darüber hinaus verfügt jede Klasse über einen Ordner mit einer Sammlung von Grundgebärden.

Laut-Gebärden
Im Zusammenhang mit dem Lesen und Schreiben werden besondere Gebärden für die Buchstaben verwendet (Kieler Lautgebärden). Sie sollen eine Verbindung zum Laut und damit die Erinnerung an das Schriftbild vereinfachen. 

Foto-, Bild-, Symbolkarten
Unterstützend wird mit den Schülerinnen und Schülern mit begrenzter Lautsprache der Einsatz von Foto-, Bild-, oder Symbolkarten eingeübt. Durch Zeigen auf Karten, eine Kommunikationstafel oder ein Buch können sie so Bedürfnisse äußern, sich zwischen mehreren Möglichkeiten entscheiden, Fragen beantworten und erzählen. In einem individuellen „Ich-Buch“ werden wichtige biografische Fakten und Ereignisse gesammelt. Es kann als Grundlage für ein Gespräch genutzt werden.

Elektronische Hilfsmittel
Einige Schülerinnen und Schüler benutzen einfache elektronische Hilfsmittel mit begrenzter Sprachausgabe oder elektronische Hilfsmittel mit komplexer Sprachausgabe. Mit diesen Geräten lernen sie, in unterschiedlichen Sprachsituationen ihre "Stimme" abzugeben, d.h. sie können an Erzählkreisen teilnehmen, Bedürfnisse äußern, Aufträge erteilen, Klassendienste sprachlich begleiten, Fragen stellen, usw. 

Schülerinnen und Schüler, die in ihrer Bewegungsfähigkeit stark eingeschränkt sind, können durch verschiedene einfach zu handhabende elektronische Hilfsmittel mit Hilfe eines Tasters elektrische Geräte (z.B. Spielzeug, Mixer, CD-Spieler, etc.) in Gang setzen. So können sie spüren, dass sie ihre direkte Umwelt selbst beeinflussen, sie können am Unterrichtsgeschehen teilhaben, eine aktive Mitwirkung an Projekten der Klasse und an alltäglichen Aufgaben wird möglich.