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Wie wird der Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung festgestellt?

 

Informationen für Schulleitungen der Grundschulen, Oberschulen, Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien

Die Durchführung des Verfahrens erfordert eine intensive Kooperation der beteiligten Schulen. Aus diesem Grund gibt es folgende Vorschläge:

  1. Die Meldung eines Falls zur Feststellung des sonderpädagogischen Unterstützungsbedarfs bitte ich mit dem Informationsbogen vorzunehmen, da hier noch einige Angaben gemacht werden können die zur Beauftragung einer Förderschullehrkraft benötigt werden.
  2. Die Förderschullehrkraft wird sich mit der von Ihnen beauftragten Lehrkraft in Verbindung setzen und ein Gesprächstermin vereinbaren.
  3. Für die Erstellung des Fördergutachtens sende ich Ihnen eine Gutachtensschablone, die von der Förderschule an der Goethestraße, Westerstede entwickelt wurde und entsprechend der Bedürfnisse abgeändert werden kann.
  4. Die beiden Lehrkräfte bearbeiten in Absprache das Fördergutachten und die Formblätter und legen dieses der zuständigen Schule spätestens sechs Wochen vor dem Schuljahres- bzw. Halbjahresende vor.
  5. Die Förderkommission an der zuständigen Schule bereitet die Empfehlung zum weiteren Schulbesuch vor.

 

 

Informationen für Lehrkräfte

Eine intensive Kooperation zwischen den beteiligten Kindertagesstätten / Schulen ist für die Durchführung des Verfahrens Voraussetzung. Aus diesem Grund gibt es folgende Vorschläge:

    1. Die Meldung zur Feststellung eines sonderpädagogischen Unterstützungsbedarfs erfolgt mit einem Informationsbogen. Hier können Angaben erfolgen, die zur Beauftragung einer Förderschullehrkraft durch das Förderzentrum notwendig sind.
    2. Die Förderschullehrkraft wird mit der von der Regelschule beauftragten Lehrkraft Kontakt aufnehmen.
    3. Eine Gutachtenschablone, die entsprechend der Bedürfnisse verändert werden kann erleichtert die Erstellung des Fördergutachtens.
    4. Die Lehrkraft der Regelschule und die Förderschullehrkraft bearbeiten in Absprache das Fördergutachten und die Formblätter. Spätestens sechs Wochen vor dem Schuljahresende –bzw. Halbjahresende liegt das Gutachten bei der zuständigen Schule vor.
    5. Die Förderkommission der zuständigen Schule bereitet die Empfehlung für den weiteren Schulbesuch vor.

In Anlehnung an die neue Verordnung zur Feststellung des sonderpädagogischen Unterstützungsbedarfs können folgende Hinweise und Informationen gegeben werden: 

    • Das Verfahren zur Feststellung des Bedarfs der sonderpädagogischen Unter-stützung wird von der Schulleiterin oder dem Schulleiter der Schule eröffnet, die die Schülerin oder der Schüler besucht. Bei zur Einschulung anstehende Schülerinen und Schüler ist die Schule zuständig, die von den Eltern ange-strebt wird.
    • Das Fördergutachten wird gemeinsam von der Grund- bzw. Sek.I-Lehrkraft und der Förderschullehrkraft geschrieben. Die Beauftragung wird von den Schulleitungen der jeweiligen Schulen erstellt. Bei in der Astrid-Lindgren-Schule beschulte Schülerinnen und Schüler mit dem Hintergrund eines veränderten sonderpädagogischen Förderbedarfs werden zwei Förder-schullehrkräfte der Schule beauftragt.
    • Folgende Empfehlung zur Struktur des Fördergutachtens liegt vor:
        1. Personendaten
        2. Genutzte Informationsquellen
        3. Beschreibung und Bewertung der Entwicklung
        4. Aussagen zum prognostizierten Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung
        5. Aussagen zum künftigen Lern- und Förderprozess
        6. Aussagen zu den erforderlichen Rahmenbedingungen
    • Die Dokumentation der individuellen Lernentwicklung und der aktuelle Förderplan sind von zentraler Bedeutung. Die Diagnostik spiegelt sich wieder in der Dokumentation der individuellen Lernentwicklung und ist damit kein zentrales Thema des Fördergutachtens.
    • Eine Anrechnung von Unterrichtsstunden ist für die Erstellung des Förder-gutachtens nach Vorgabe der Landesschulbehörde nicht möglich.
    • Die Förderkommission wird von der zuständigen Schule eingerichtet. Die Eltern und Erziehungsberechtigten entscheiden sich für die Beschulung ihres Kindes in der Grundschule, Hauptschule, Oberschule oder Förderschule. Dabei ist eine Beschulung an der Astrid-Lindgren-Schule auch möglich, wenn die Förderschwerpunkte Körperlich-Motorische Entwicklung und/oder Emotional-Soziale Entwicklung vorliegen. Als primäre Förderschwerpunkte werden Lernen und Geistige Entwicklung gesehen, die grundsätzlich bei mehreren Förderschwerpunkten vorrangig ausgewiesen werden sollen.
    • Den im Fördergutachten beschriebenen „Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung“ verfassen Sie bitte so, dass der Text mit Bestandteil der Verfügung werden kann. Hier können Sie auch Aussagen über die Notwendigkeit von Stunden für Pädagogische Mitarbeiter/innen und Integrationshelfer/innen machen.
    • Eine Meldung zur Feststellung des Bedarfs an sonderpädagogischer Unterstützung kann über das ganze Schuljahr erfolgen.
    • Es liegen Formblätter zum Verfahren zur Feststellung eines Bedarfs an sonderpädagogischer Unterstützung für inklusive und nicht inklusive Schuljahrgänge vor:
        • FB 0      Kurzdarstellung
        • FB 1      Deckblatt
        • FB 2a    Dokumentation des Verfahrens vor der Einschulung
        • FB 2b    Dokumentation des Verfahrens während des Schulbesuchs
        • FB 3      Mitteilung an die Erziehungsberechtigten
        • FB 4a    Information der Erziehungsberechtigten zur Feststellung eines Bedarfs an sonderpädagogischer  Unterstützung
        • FB 4b    Information der Erziehungsberechtigten zur Aufhebung eines Bedarfs an sonderpädagogischer  Unterstützung
        • FB 5      Einladung zur Sitzung der Förderkommission
        • FB 6      Protokoll der Sitzung der Förderkommission

FB 1 und das FB 2a, b sind für die Sitzung der Förderkommission vorzubereiten.
Alle Formblätter können im internen Bereich unserer Homepage heruntergeladen werden [klick]. 

    • Bei der Empfehlung des sonderpädagogischen Unterstützungbedarfs „Emotionale und Soziale Entwicklung“ ist das Jugendamt Westerstede durch eine Kopie des Fördergutachtens zu informieren.
    • Die gesetzlichen Vorgaben zur Inklusion sehen vor, dass eine Wahl der Eltern und Erziehungsberechtigten zwischen der Grundschule, Oberschule etc. und der Förderschule getroffen werden kann. Wenn die Eltern sich für die Förderschule aussprechen, sollten die öffentlichen Förderschulen (Astrid-Lindgren-Schule Edewecht, Schule am Voßbarg Rastede, Schule an der Goethestraße, Westerstede) die 1. Wahl sein, wenn die Rahmenbedingungen dieses ermöglichen. Die privaten Förderschulen (Eibenhorst, Carlo-Collodi) sind sehr stark mit Schülerinnen und Schülern belastet und können viele nicht aufnehmen.
    • Das mit der Grundschul- bzw. SeK.I-Lehrkraft geschriebene Fördergutachten muss mindestens 6 Wochen vor Beginn der Sommerferien bzw. Halbjahres-ferien bei der zuständigen Schule abgegeben werden. Eine Kopie des Fördergutachtens erhält die Astrid-Lindgren-Schule.
    • Zu Ihrer Information hier eine Auflistung möglicher Tests und Beobachtungsverfahren, die im Rahmen einer Prozessdiagnostik genutzt werden können:
        • K-ABC (Kaufmann Assessment Battery for Children)
        • CFT 1
        • CFT 20
        • Rechtschreibtests: DRT 2, DRT 3, DRT 4, DRT 5
        • Beltz-Rechentest 4.-6. Klasse
        • GSS – Göppinger sprachfreier Schuleignungstest
        • EAS – Erfassungsbogen für aggressives Verhalten
        • SON 2/ 1/2 – 7
        • HKI – Heidelberger Kompetenzinventar
        • Frostig Wahrnehmungsüberprüfung
        • Heidelberger Sprachentwicklungstest
        • HAWIK R
        • IVE(Inventar zur Erfassung von Impulsivität,Risikoverhalten und Empathie)
        • ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörungen – Kids 1)
        • Geistige Behinderung und schwere Entwicklungsstörungen (Kids 2)
        • AFS (Angstfragebogen für Schüler)
        • AVT (Anstrengungsvermeidungstest)
        • ESI  (Erziehungsstil – Inventar)
        • Lernvoraussetzungen von Schulanfängern
        • Bereit für die Schule (Bergedorf)
        • HRT 1-4 (Heidelberger Rechentest zur Erfassung mathematischer Praxiskompetenzen)
        • LSL Lehrereinschätzliste für Sozial- und Lernverhalten
        • DESK 3-6 Dortmunder Entwicklungsscreening für den Kindergarten
    • Nach Vorgabe der Landesschulbehörde muss für die Anordnung des Gutachtens folgende Reihenfolge eingehalten werden:
        1. Deckblatt
        2. FB 1
        3. FB 2a oder FB 2b
        4. FB 6 mit ausformuliertem Punkt 2.3 im Protokoll der Förderkommission
        5. Fördergutachten
        6. Dokumentation der individuellen Lernentwicklung / Förderplanung
        7. Sonstige Formblätter zum Verfahren
        8. Zeugnisse

Darüber hinausgehende Fragestellungen können direkt mit dem Förderzentrum geklärt werden.

 3/2014