Wie wird der Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung festgestellt?

 

Informationen für Schulleitungen der Grundschulen, Oberschulen, Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien

Die Durchführung des Verfahrens erfordert eine intensive Kooperation der beteiligten Schulen. Aus diesem Grund gibt es folgende Vorschläge:

  1. Die Meldung eines Falls zur Feststellung des sonderpädagogischen Unterstützungsbedarfs bitte ich mit dem Informationsbogen vorzunehmen, da hier noch einige Angaben gemacht werden können die zur Beauftragung einer Förderschullehrkraft benötigt werden.
  2. Die Förderschullehrkraft wird sich mit der von Ihnen beauftragten Lehrkraft in Verbindung setzen und ein Gesprächstermin vereinbaren.
  3. Für die Erstellung des Fördergutachtens sende ich Ihnen eine Gutachtensschablone, die von der Förderschule an der Goethestraße, Westerstede entwickelt wurde und entsprechend der Bedürfnisse abgeändert werden kann.
  4. Die beiden Lehrkräfte bearbeiten in Absprache das Fördergutachten und die Formblätter und legen dieses der zuständigen Schule spätestens sechs Wochen vor dem Schuljahres- bzw. Halbjahresende vor.
  5. Die Förderkommission an der zuständigen Schule bereitet die Empfehlung zum weiteren Schulbesuch vor.

 

 

Informationen für Lehrkräfte

Eine intensive Kooperation zwischen den beteiligten Kindertagesstätten / Schulen ist für die Durchführung des Verfahrens Voraussetzung. Aus diesem Grund gibt es folgende Vorschläge:

    1. Die Meldung zur Feststellung eines sonderpädagogischen Unterstützungsbedarfs erfolgt mit einem Informationsbogen. Hier können Angaben erfolgen, die zur Beauftragung einer Förderschullehrkraft durch das Förderzentrum notwendig sind.
    2. Die Förderschullehrkraft wird mit der von der Regelschule beauftragten Lehrkraft Kontakt aufnehmen.
    3. Eine Gutachtenschablone, die entsprechend der Bedürfnisse verändert werden kann erleichtert die Erstellung des Fördergutachtens.
    4. Die Lehrkraft der Regelschule und die Förderschullehrkraft bearbeiten in Absprache das Fördergutachten und die Formblätter. Spätestens sechs Wochen vor dem Schuljahresende –bzw. Halbjahresende liegt das Gutachten bei der zuständigen Schule vor.
    5. Die Förderkommission der zuständigen Schule bereitet die Empfehlung für den weiteren Schulbesuch vor.

In Anlehnung an die neue Verordnung zur Feststellung des sonderpädagogischen Unterstützungsbedarfs können folgende Hinweise und Informationen gegeben werden: 

    • Das Verfahren zur Feststellung des Bedarfs der sonderpädagogischen Unter-stützung wird von der Schulleiterin oder dem Schulleiter der Schule eröffnet, die die Schülerin oder der Schüler besucht. Bei zur Einschulung anstehende Schülerinen und Schüler ist die Schule zuständig, die von den Eltern ange-strebt wird.
    • Das Fördergutachten wird gemeinsam von der Grund- bzw. Sek.I-Lehrkraft und der Förderschullehrkraft geschrieben. Die Beauftragung wird von den Schulleitungen der jeweiligen Schulen erstellt. Bei in der Astrid-Lindgren-Schule beschulte Schülerinnen und Schüler mit dem Hintergrund eines veränderten sonderpädagogischen Förderbedarfs werden zwei Förder-schullehrkräfte der Schule beauftragt.
    • Folgende Empfehlung zur Struktur des Fördergutachtens liegt vor:
        1. Personendaten
        2. Genutzte Informationsquellen
        3. Beschreibung und Bewertung der Entwicklung
        4. Aussagen zum prognostizierten Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung
        5. Aussagen zum künftigen Lern- und Förderprozess
        6. Aussagen zu den erforderlichen Rahmenbedingungen
    • Die Dokumentation der individuellen Lernentwicklung und der aktuelle Förderplan sind von zentraler Bedeutung. Die Diagnostik spiegelt sich wieder in der Dokumentation der individuellen Lernentwicklung und ist damit kein zentrales Thema des Fördergutachtens.
    • Eine Anrechnung von Unterrichtsstunden ist für die Erstellung des Förder-gutachtens nach Vorgabe der Landesschulbehörde nicht möglich.
    • Die Förderkommission wird von der zuständigen Schule eingerichtet. Die Eltern und Erziehungsberechtigten entscheiden sich für die Beschulung ihres Kindes in der Grundschule, Hauptschule, Oberschule oder Förderschule. Dabei ist eine Beschulung an der Astrid-Lindgren-Schule auch möglich, wenn die Förderschwerpunkte Körperlich-Motorische Entwicklung und/oder Emotional-Soziale Entwicklung vorliegen. Als primäre Förderschwerpunkte werden Lernen und Geistige Entwicklung gesehen, die grundsätzlich bei mehreren Förderschwerpunkten vorrangig ausgewiesen werden sollen.
    • Den im Fördergutachten beschriebenen „Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung“ verfassen Sie bitte so, dass der Text mit Bestandteil der Verfügung werden kann. Hier können Sie auch Aussagen über die Notwendigkeit von Stunden für Pädagogische Mitarbeiter/innen und Integrationshelfer/innen machen.
    • Eine Meldung zur Feststellung des Bedarfs an sonderpädagogischer Unterstützung kann über das ganze Schuljahr erfolgen.
    • Es liegen Formblätter zum Verfahren zur Feststellung eines Bedarfs an sonderpädagogischer Unterstützung für inklusive und nicht inklusive Schuljahrgänge vor:
        • FB 0      Kurzdarstellung
        • FB 1      Deckblatt
        • FB 2a    Dokumentation des Verfahrens vor der Einschulung
        • FB 2b    Dokumentation des Verfahrens während des Schulbesuchs
        • FB 3      Mitteilung an die Erziehungsberechtigten
        • FB 4a    Information der Erziehungsberechtigten zur Feststellung eines Bedarfs an sonderpädagogischer  Unterstützung
        • FB 4b    Information der Erziehungsberechtigten zur Aufhebung eines Bedarfs an sonderpädagogischer  Unterstützung
        • FB 5      Einladung zur Sitzung der Förderkommission
        • FB 6      Protokoll der Sitzung der Förderkommission

FB 1 und das FB 2a, b sind für die Sitzung der Förderkommission vorzubereiten.
Alle Formblätter können im internen Bereich unserer Homepage heruntergeladen werden [klick]. 

    • Bei der Empfehlung des sonderpädagogischen Unterstützungbedarfs „Emotionale und Soziale Entwicklung“ ist das Jugendamt Westerstede durch eine Kopie des Fördergutachtens zu informieren.
    • Die gesetzlichen Vorgaben zur Inklusion sehen vor, dass eine Wahl der Eltern und Erziehungsberechtigten zwischen der Grundschule, Oberschule etc. und der Förderschule getroffen werden kann. Wenn die Eltern sich für die Förderschule aussprechen, sollten die öffentlichen Förderschulen (Astrid-Lindgren-Schule Edewecht, Schule am Voßbarg Rastede, Schule an der Goethestraße, Westerstede) die 1. Wahl sein, wenn die Rahmenbedingungen dieses ermöglichen. Die privaten Förderschulen (Eibenhorst, Carlo-Collodi) sind sehr stark mit Schülerinnen und Schülern belastet und können viele nicht aufnehmen.
    • Das mit der Grundschul- bzw. SeK.I-Lehrkraft geschriebene Fördergutachten muss mindestens 6 Wochen vor Beginn der Sommerferien bzw. Halbjahres-ferien bei der zuständigen Schule abgegeben werden. Eine Kopie des Fördergutachtens erhält die Astrid-Lindgren-Schule.
    • Zu Ihrer Information hier eine Auflistung möglicher Tests und Beobachtungsverfahren, die im Rahmen einer Prozessdiagnostik genutzt werden können:
        • K-ABC (Kaufmann Assessment Battery for Children)
        • CFT 1
        • CFT 20
        • Rechtschreibtests: DRT 2, DRT 3, DRT 4, DRT 5
        • Beltz-Rechentest 4.-6. Klasse
        • GSS – Göppinger sprachfreier Schuleignungstest
        • EAS – Erfassungsbogen für aggressives Verhalten
        • SON 2/ 1/2 – 7
        • HKI – Heidelberger Kompetenzinventar
        • Frostig Wahrnehmungsüberprüfung
        • Heidelberger Sprachentwicklungstest
        • HAWIK R
        • IVE(Inventar zur Erfassung von Impulsivität,Risikoverhalten und Empathie)
        • ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörungen – Kids 1)
        • Geistige Behinderung und schwere Entwicklungsstörungen (Kids 2)
        • AFS (Angstfragebogen für Schüler)
        • AVT (Anstrengungsvermeidungstest)
        • ESI  (Erziehungsstil – Inventar)
        • Lernvoraussetzungen von Schulanfängern
        • Bereit für die Schule (Bergedorf)
        • HRT 1-4 (Heidelberger Rechentest zur Erfassung mathematischer Praxiskompetenzen)
        • LSL Lehrereinschätzliste für Sozial- und Lernverhalten
        • DESK 3-6 Dortmunder Entwicklungsscreening für den Kindergarten
    • Nach Vorgabe der Landesschulbehörde muss für die Anordnung des Gutachtens folgende Reihenfolge eingehalten werden:
        1. Deckblatt
        2. FB 1
        3. FB 2a oder FB 2b
        4. FB 6 mit ausformuliertem Punkt 2.3 im Protokoll der Förderkommission
        5. Fördergutachten
        6. Dokumentation der individuellen Lernentwicklung / Förderplanung
        7. Sonstige Formblätter zum Verfahren
        8. Zeugnisse

Darüber hinausgehende Fragestellungen können direkt mit dem Förderzentrum geklärt werden.

 3/2014

Das Sonderpädagogische Förderzentrum der Astrid-Lindgren-Schule Edewecht / Ammerland

 

 

Nach § 14 des Niedersächsischen Schulgesetzes ist die Astrid-Lindgren-Schule das Sonderpädagogische Förderzentrum für die Gemeinden Edewecht und Bad Zwischenahn.
Durch die Einführung der inklusiven Schule (§4, NschG) erhält das Sonderpäda-gogische Förderzentrum eine wichtige Funktion, um den Übergang der überwiegend gemeinsamen Beschulung von Schülerinnen und Schülern mit und ohne sonder-pädagogischem Unterstützungsbedarf zu gestalten.


Rechtliche Grundlagen – Was ist neu!

Die inklusive Schule ist verbindlich zum Schuljahresbeginn 2013/14 eingeführt worden. Dies hat der Niedersächsische Landtag im März 2012 beschlossen. Die Entscheidung geht auf Artikel 24 der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen zurück, dem der Bundestag und der Bundesrat im Jahre 2008 und 2009 zugestimmt haben. Alle Beschlüsse haben das Ziel, die gleichberechtigte Teilhabe an den Menschenrechten auch für Menschen mit Behinderungen ohne Ein-schränkungen zu gewährleisten. In Niedersachsen gewährleistet der §4 des Niedersächsischen Schulgesetzes dieses Grundrecht. Die Eltern und Erziehungsberechtigten der Schülerinnen und Schüler mit Unterstützungsbedarf können in der Förderkommission zum Ausdruck bringen, ob ihr Kind die allgemeine Schule oder eine Förderschule besuchen soll. Eingeschränkt wird die Wahl allerdings auf die Förderschwerpunkte Geistige Entwicklung, Körperliche und Motorische Entwicklung, Emotionale und Sozialen Entwicklung, Hören und Sehen. Der Förderschwerpunkt Lernen wird ab dem Schuljahr 2013/14, der Förderschwerpunkt Sprache ab dem Schuljahr 2014/15 von Schuljahr zu Schuljahr eingeschränkt. Spätestens im Jahre 2019/20 sind beide Förderschwerpunkte in die allgemeine Schule integriert.

Die Arbeit des Sonderpädagogischen Förderzentrums umfasst die Beratung der Eltern und Erziehungsberechtigten, die Durchführung des Verfahrens zur Feststellung des sonderpädagogischen Unterstützungsbedarfs, die Organisation und Entwicklung inklusiver Bildungsangebote den Unterricht und die Erziehung der Schülerinnen und Schüler im Sonderpädagogischen Förderzentrum die Qualitätsentwicklung und –sicherung der sonderpädagogischen Förderung, die Durchführung für Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen und die Beratung der Schulträger und anderer Einrichtungen

 

  • Mögliche Fragen ergeben sich im Zusammenhang mit dem inklusiven Unterricht für die Eltern und Erziehungsberechtigten:
    • Wo kann mein Kind zur Schule gehen?
      Das schulpflichtige Kind besucht in der Regel die für den Einzugsbereich vorge-sehene Grundschule. Dieses gilt auch in den Fällen, wenn ein sonderpädagogischer Unterstützungsbedarf für die Schwerpunkte Sprache, Lernen und Emotionale und Soziale Entwicklung von der Landesschulbehörde anerkannt wurde.
    • Gibt es alternative Beschulungsmöglichkeiten?
      Für die Förderschwerpunkte Körperlich-Motorische Entwicklung, Geistige Entwicklung, Sehen und Hören gibt es eine Wahlmöglichkeit zwischen der Grundschule und der entsprechenden Förderschule.
    • Wie kann eine Schulbegleiterin oder ein Schulbegleiter für mein Kind beantragt werden?
      Für die Schwerpunkte Körperlich-Motorische Entwicklung und Geistige Entwicklung kann beim zuständigen Landkreis über das Sozialamt von den Eltern und Erziehungsberechtigten eine Schulbegleiterin bzw. ein Schulbegleiter für den Schwerpunkt Emotionale und Soziale Entwicklung beim Jugendamt beantragt werden. Die Bewilligung mit der Übernahme der Kosten trifft der Landkreis Ammerland in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt.
    • Welchen Abschluss kann mein Kind erreichen?
      Ein inklusiv beschultes Kind kann grundsätzlich jeden Abschluss erreichen. Dieses ist abhängig von der vorliegenden Beeinträchtigung und den intellektuellen Möglichkeiten.
      An der Astrid-Lindgren-Schule kann ein Förderschulabschluss nach dem 9. Schuljahr und ein Hauptschulabschluss nach dem 10. Schuljahr im Schwerpunkt Lernen erzielt werden.
    • Wie kann mein Kind von den Möglichkeiten des Mobilen Dienstes profitieren?
      Der Mobile Dienst Körperlich-Motorische Entwicklung, Hören und Sehen kann über die Vermittlung der Grundschulen bei der Schule am Borchersweg, Oldenburg angefragt werden.
      Der Mobile Dienst Emotionale und Soziale Entwicklung der Astrid-Lindgren-Schule kann von den Kindertagesstätten, Grundschulen und allen weiterführenden Schulen in Zusammenarbeit mit den Eltern und Erziehungsberechtigten angefordert werden. Anmeldeunterlagen finden Sie in dieser Homepage.
    • Unter welchen Bedingungen kann mein Kind die Astrid-Lindgren-Schule besuchen?
      Die Astrid-Lindgren-Schule ist neben der Aufgabe des Sonderpädagogischen Förderzentrum eine Förderschule mit den Schwerpunkten Lernen und Geistige Entwicklung. Eine Beschulung ist immer dann möglich, wenn die Schwerpunkte Lernen und Geistige Entwicklung als primäre Förderschwerpunkte in der Verfügung der Landesschulbehörde ausgewiesen werden. Eine probeweise Beschulung kann über eine telefonische Nachfrage geklärt werden.

 

  • Mögliche Fragen ergeben sich im Zusammenhang mit dem Verfahren zur Feststellung des sonderpädagogischen Unterstützungsbedarfs


1. Wie wird der Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung festgestellt
Im Rahmen eines administrativen Verfahrens wird ein Fördergutachten geschrieben. Dieses dient als Grundlage für die Einberufung einer Förderkommission, die unter Einbeziehung mit den Eltern stattfindet. Dort wird für die Landesschulbehörde eine Empfehlung für den weiteren Schulbesuch vorbereitet.

2. Wie sehen die Bedingungen für einen erfolgreichen Bildungsgang des jeweiligen Kindes aus?
Die Entscheidung über den Bildungsgang des Kindes entscheiden die Eltern und Erziehungsberechtigten, die von den Erzieherinnen der Kindertagesstätten und den Lehrkräften der verschiedenen Schulen beraten werden. Ein Kind mit festgestelltem sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf kann auf Wunsch der Eltern jede öffentliche Schule besuchen. Entsprechend des Unterstützungsbedarfs sind Förderschullehrkräfte abgeordnet, die die Förderplanung in Zusammenarbeit mit den Regelschullehrkräften übernehmen.

3. Welche Rolle haben die Eltern und Erziehungsberechtigten in der Förderkommission?
Wenn die Schulleitung der zuständigen Schule zu der Überzeugung gekommen ist, dass bei dem Kind der Kindertagesstätte oder Schülerin oder dem Schüler der Schule ein sonderpädagogischer Unterstützungsbedarf vermutet wird, wird das Verfahren zur Feststellung eröffnet. Bei der von der Schulleitung einberufenen Förderkommission nehmen eine Lehrkraft der zuständigen Schule, die Förderschullehrkraft, die Leitung der Schule und die Eltern oder Erziehungsberechtigten teil. Letztere werden über den Inhalt des Fördergutachtens informiert und können ihre vermutliche Schulwahlentscheidung anmelden.

4. Welche Bedeutung hat das erstellte Fördergutachten?
Das Fördergutachten enthält Angaben über den Entwicklungs- und Lernstand des jeweiligen Kindes und weist den vermuteten Unterstützungsbedarf aus. Die Entscheidung darüber liegt unter Berücksichtigung der Empfehlung der Förderkommission bei der Landesschulbehörde.

5. Welche Bedeutung hat die Empfehlung, die von der Förderkommission an die Landesschulbehörde gesandt wird?
Die Empfehlung der Förderkommission muss nicht einvernehmlich erfolgen, wenn es um den vermuteten sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf in den Schwerpunkten Lernen, Sprache, Emotionale und Soziale Entwicklung, Geistige Entwicklung, Körperlich-Motorische Entwicklung, Sehen und Hören geht. Die Empfehlung stellt eine Basis für die Entscheidung der Landesschulbehörde dar. Den Ort der Beschulung ihres Kindes entscheiden die Eltern und Erziehungsberechtigten unter Berücksichtigung des Einzugsbereichs der Schule.

 

  • Mögliche Fragen ergeben sich im Zusammenhang mit der Organisation und Entwicklung von inklusiven Bildungsangeboten:

1. Wie ist es umsetzbar, dass Schülerinnen und Schüler mit verschiedenen Beeinträchtigungen an den Bildungsangeboten der gleichaltrigen Mitschülerinnen und Mitschülern teilnehmen?
Nach den Vorgaben zur Inklusiven Schule sind alle Schulen für alle Schülerinnen und Schüler gleichberechtigt und barrierefrei zugänglich.
Unabhängig von eventuell vorliegenden Beeinträchtigungen können alle Schülerinnen und Schüler jede öffentliche Schule des Einzugsbereichs besuchen. Der Unterricht muss auf diese Situation abgestimmt werden und Ziele und Kompetenzen auf verschiedenen Niveaus anbieten.

2. Wer trägt die Verantwortung für die angemessene Förderung?
Die Verantwortung für die angemessene Förderung trägt die Regelschullehrkraft gemeinsam mit der Förderschullehrkraft, die vom Sonderpädagogischen Förderzentrum abgeordnet wurden.

3. Welche Bildungsangebote sind die passenden? Wie erfolgt die Leistungsbewertung?
Die Arbeitspläne der Astrid-Lindgren-Schule für die Förderschwerpunkte Lernen und Geistige Entwicklung sind in der Homepage zum Herunterladen bereitgestellt. Jede Regelschullehrkraft kann sich entsprechend der Fördernotwendigkeiten dort informieren. Die Arbeitspläne der Astrid-Lindgren-Schule sind auf Basis der vorgeschriebenen Kerncurricula von den Fachkonferenzen entwickelt worden.
Die Schülerinnen und Schüler mit festgestelltem sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf im Schwerpunkt Lernen und Geistige Entwicklung erhalten die für die Förderschule vorgeschriebenen Zeugnisvordrucke, die in der Homepage heruntergeladen werden können. Auf Basis des Nachteilausgleichs wird die Leistungsbewertung vorgenommen. Dabei sind vergleichbare Leistungen unter Berücksichtigung der besonderen Handicaps nachzuweisen.

 

  • Mögliche Fragen ergeben sich zum Unterricht und der Erziehung der Schülerinnen und Schüler, die weiterhin das Sonderpädagogische Förderzentrum besuchen:

1. Welche Schülerinnen und Schüler können weiterhin die Astrid-Lindgren-Schule besuchen?
Der Elternwunsch ist das entscheidende Kriterium, wenn es um den Besuch einer Schule in dem Einzugsbereich geht. In wie weit dies in Zukunft weiterhin möglich ist, ist zur Zeit nicht absehbar und wird politisch von der Landesregierung in Zusammenarbeit mit der Landesschulbehörde entschieden. Es gibt Anzeichen dafür, dass Schülerinnen und Schüler im Schwerpunkt Geistige Entwicklung weiterhin entsprechend des Elternwunsches eine inklusive Schule oder die Astrid-Lindgren-Schule besuchen können.

2. Welche Bildungsangebote werden diesen Schülerinnen und Schülern gemacht?
Die Bildungsangebote der Astrid-Lindgren-Schule orientieren sich an den individuellen Notwendigkeiten und Bedürfnissen der jeweiligen Schülerinnen oder des jeweiligen Schülers, die oder der auf Basis der vorliegenden Arbeitspläne ein „individuelles Curriculum“ erhalten.

3. Welche Übergangsmöglichkeiten gibt es in die inklusiven Klassen?
Zum Ende des Schuljahrs oder des Halbjahrs ist ein Wechsel von der Astrid-Lindgren-Schule in die inklusiven Klassen auf Basis des Elternwunsches möglich. Der Übergang wird von Förderschullehrkräften und Pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in unterrichtsbegleitender und therapeutischer Funktion gestaltet.

 

  • Mögliche Fragen ergeben sich in Zusammenhang mit der Qualtitätsentwicklung und –sicherung:

Wie wird die Qualität der sonderpädagogischen Förderung gewährleistet?
Die Förderschullehrkräfte in der Sonderpädagogischen Grundversorgung in den Grundschulen und im inklusiven Unterricht gewährleisten die qualitativ hochwertige Förderung der betroffenen Schülerinnen und Schüler. In den Steuergruppen bzw. Dienstbesprechungen des Sonderpädagogischen Förderzentrums werden die erzielten Ergebnisse evaluiert und weiterentwickelt.

Wie werden die Lehrkräfte, die bisher an der sonderpädagogischen Förderung nicht beteiligt waren, auf die neue Aufgabe vorbereitet?
In kontinuierlich stattfindenden Fachkonferenzen und Steuergruppen des Sonderpädagogischen Förderzentrums werden alle Schulen der Region zur Teilnahme eingeladen. Auf diesem Weg ist ein nachhaltiger Austausch über Fachfragen im Zusammenhang mit sonderpädagogischen Fragestellungen gewährleistet.

 

  • Eine mögliche Frage ergibt sich zu den Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen:

Welche Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen werden durchgeführt?
Die bestehenden Fach- und Fachbereichskonferenzen beantragen entsprechend des Bedarfs Fortbildungen bei der Schulleitung des Sonderpädagogischen Förderzentrums. Zu den Fortbildungen sind alle interessierten Regelschullehrkräfte und Förderschullehrkräfte eingeladen. Besonders mit dem Blickwinkel auf die Realisierung eines inklusiven Unterrichts wird so für eine fortlaufende Fort- und Weiterbildung gesorgt. Aktiv beteiligt als Referentin oder Referent sind Kolleginnen und Kollegen der Astrid-Lindgren-Schule, die als Fachberater für die Region zuständig sind, oder auch Referentinnen und Referenten, die auf Grund ihrer Spezialkenntnisse und –erfahrungen eingeladen werden.

 

  • Eine mögliche Frage ergibt sich im Zusammenhang mit der Beratung der Schulträger und anderer Einrichtungen:

Wie wird die Beratung der Schulträger und anderer Einrichtungen gewährleistet?
Zwischen dem Sonderpädagogischen Förderzentrum und den Schulträgern besteht ein enger Austausch über die durch die inklusive Beschulung sich ergebenden Notwendigkeiten der angepassten Ausgestaltung der sächlichen und schulischen Rahmenbedingungen. Der laut Schulgesetz geforderte gleichberechtigte und barrierefreie Zugang für alle Schülerinnen und Schüler in den Regelschulen macht insbesondere bei geistigen und körperlich-motorischen Beeinträchtigungen und bei Beeinträchtigungen der Sinnesorgane wie Sehen und Hören umfangreiche Ausgestaltungen der Schulgebäude notwendig. Dabei helfen die Förderschullehrkräfte der Astrid-Lindgren-Schule passende und nachhaltige Umbaumaßnahmen zu planen und umzusetzen.

 3/2014